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Google Analytics (4) richtig einrichten

Google Analytics ist ständig "in Bewegung". Zahlreiche Innovationen gehen im Laufe eines Jahres online. Diese Innovationszyklen überfordern viele Website-Betreiber. Allein schon der Start mit Google Analytics und die Verknüpfung mit der eigenen Website wirft bei Webmastern, Marketing-Verantwortlichen und Unternehmern viele Fragen auf. Dieser Artikel soll deshalb dabei helfen, mit dem nötigen Überblick Google Analytics richtig einzurichten.

ACHTUNG: Der Text in diesem Blogbeitrag erklärt noch nicht alle Facetten der Einrichtung von Google Analytics 4 - der seit November 2020 aktuellen Analytics-Version. Einige Bereiche des Textes gelten noch nur für Standard Analytics (Standard bis 2014) und Universal Analytics (Standard bis 2020).

Für die Einrichtung von Google Analytics 4 haben wir aber schon mal dieses Video-Tutorial verfügbar gemacht:



 

Am schriftlichen Teil dieses Blogbeitrags arbeiten wir aber bereits. Er wird nach und nach auf GA4 umgestellt - dies ist ein laufender Prozess, der im Januar begonnen hat und sich übers ganze Jahr 2021 hinziehen wird.

Wer bereits Google Analytics (Universal Analytics) nutzt und sich jetzt fragt "Muss ich auf Google Analytics 4 sofort wechseln?", dem sei dies gesagt: Ein sofortiger Wechsel ist (Stand: Januar 2021) nicht ratsam. Es sollte aber parallel bereits ein GA4-Tracking eingerichtet werden. So sammelt die neue Analytics-Version bereits Daten, während noch das "alte" Analytics operativ genutzt wird. Später - in 2022 - macht der Switch zu GA4 sicher einen Sinn.

Warum dann schon parallel tracken? Weil die Übernahme von "Altdaten" aus dem bisherigen Analytics ins neue Analytics 4 nicht möglich sein wird!


Google Analytics richtig einrichten
 

Google Analytics ist ohne Zweifel das mächtigste, kostenfrei nutzbare Webanalyse-Tool für Websites und Onlineshops ... zumindest so lange, bis man nicht mehr als 10 Millionen Hits (Seitenaufrufe, Events und Transaktionen) pro Monat pro "Property" damit auswerten möchte.

Wer mehr Traffic auf seiner Website hat, muss/sollte zum kostenpflichtigen großen Bruder Google Analytics 360 wechseln oder auf ein alternatives System umsteigen. Adobe Analytics kann eine solche Alternative für die Webanalyse großer Websites sein.

Seit geraumer Zeit baut Google seine Analytics-Software mit großen Schritten zu einem vollwertigen Analyse-Tool für das Online-Marketing von Unternehmen aus. Letzter großer Schritt - der Start von Google Analytics 4. An der Benutzeroberfläche, den Berichten und der Tracking-Basis wird unentwegt gearbeitet. Wir zeigen hier, wie man Google Analytics richtig einrichtet!
 

Die "Google Analytics 4"-Einrichtung im Detail:


Google Analytics 4: Tracking-Code erstellen

Schon bei der Verknüpfung einer Website mit Google Analytics machen viele Nutzer Fehler. Zuerst sollten Sie sich die aktuelle Version des Analytics Tracking Codes aus Google Analytics ziehen. Hier finden Sie diesen Code:

Einloggen > Verwaltung > PROPERTY > Datenstreams > Web > Allgemeines Website-Tag (gtag.js)

... und so sieht dieser Code aus, der auch "Snippet" oder "Tag" oder "Global Site Tag" (GTag) genannt wird:

Google Analytics 4 Tracking-Code - der Global Site Tag 

Im Gegensatz zu früheren Versionen des Google Analytics Tracking-Codes braucht das Snippet von Google Analytics 4 keine Nachbearbeitung mehr, um dem deutschen Datenschutz Genüge zu tun. Die Anonymisierung der IP-Adresserfassung ist seit Google Analytics 4 eine Standardfunktion und muss nicht mehr extra aktiviert werden.

Es war zudem in der Vergangenheit auch noch nötig, eine Code-Ergänzung zur Aktivierung der Display-Features vorzunehmen. Dies ist seit geraumer Zeit keine Voraussetzung mehr dafür, um in Google Analytics demografische Daten zu erhalten.

Mit demografischen Daten sind Angaben zu Alter und Geschlecht gemeint. Auch Interessen und Kaufaffinitäten der Website-Besucher sowie das Erstellen von Retargeting-Listen funktioniert ohne eine Erweiterung des Analytics-Code!

 

Datenschutz-gerechter Einsatz von Google Analytics 4 - DSGVO-Infos inklusive

Auch wenn die Anonymisierung der IP-Adresserfassung seit dem Wechsel auf Google Analytics 4 nicht mehr nötig ist, gehören schon noch ein paar weitere Dinge zur Datenschutz-gerechten Nutzung der Analytics-Software von Google:




So sollten Sie einen Auftragsverarbeiter-Vertrag mit Google schließen. Dies wird online im Analytics-Tool auf digitalem Weg erledigt.

Seit dem 25. Mai 2018 (Wirksamwerdung der DSGVO) ist der rein digitale Abschluss solcher Verträge möglich. Sollte Ihnen jemand gesagt haben, dass Sie einen schriftlichen Papier-Vertrag schließen müssen, dann ist derjenige nicht auf dem neuesten Stand. Das PDF, das man dafür benötigte, um den Vertrag auf Papier schließen zu können, ist deshalb auch nicht mehr online abrufbar.

Der Abschluss des digitalen Auftragsverarbeiter-Vertrags erfolgt auf Kontoebene für alle Websites eines Unternehmens:

Einloggen > Verwaltung > KONTO > Kontoeinstellungen > Google-Produkte und -Dienste
Einloggen > Verwaltung > KONTO > Kontoeinstellungen > Zusatz zur Datenverarbeitung
Einloggen > Verwaltung > KONTO > Kontoeinstellungen > Details zum Zusatz zur Datenvereinbarung

Beim "Zusatz zur Datenverarbeitung" kommen immer mal wieder "Zusätze" und "aktualisierte Zusätze" hinzu - der Datenschutz und die DSGVO sind stets im Wandel. Diesen Zusätzen muss man dann nachträglich noch zustimmen.

Bei den "Details zum Zusatz zur Datenverarbeitung verwalten" braucht es mindestens den "Firmenname" und bei "Kontaktpersonen" den "Primärer Kontakt", der idealerweise der Geschäftsführer des Unternehmens ist. Wurde ein "Datenschutzbeauftragter" fürs Unternehmen bestellt, so muss auch dieser Mensch im Bereich "Kontaktpersonen" hinzugefügt werden.

Wichtig ist es zudem, dass Ihre Website über Datenschutzhinweise verfügt. Verzichten Sie hier aber auf Begriffe wie Datenschutz"erklärung" oder Datenschutz"richtlinie". Die Datenschutzhinweise packen Sie am besten auf eine eigene Seite, zu der ein Link in der Kopf- bzw. Fuß-Navigation der Website führt. Diesen Link platzieren Sie bitte recht nahe beim Link, der zum Impressum führt.

Da nur selten ein Hausjustiziar im Unternehmen greifbar ist und viele den Gang zum Rechtsanwalt zur Erstellung individueller Datenschutzhinweise scheuen, rate ich zur Verwendung eines online verfügbaren Datenschutz-Generators, z.B. der von WBS-Law. Dieses Tool steht online zur Verfügung und kann - gegen Quellenangabe - kostenfrei genutzt werden.

Auch der Kontakt zu Unternehmen wie der Website-Check GmbH ist empfehlenswert. Diese Dienste sind zwar kostenpflichtig. Der Service ist aber preiswerter als der Gang zum Anwalt und garantiert Rechtssicherheit.

Über die Datenschutzhinweise müssen Sie Nutzern auch die Möglichkeit geben, sich selbst vom Tracking durch Google Analytics auszuschließen - Opt-Out nennt man das. Später muss während der Grundeinrichtung von Google Analytics 4 noch die Dauer der Datenaufbewahrung festgelegt werden. Dies geschieht im Bereich "Dateneinstellungen > Datenaufbewahrung".

Noch ein DSGVO-Tipp - Löschung eines Nutzers in Google Analytics 4

Sollte ein Nutzer/Kunde Ihres Dienstes/Unternehmens Auskunft zur Verwendung seiner personenbezogener Daten verlangen und auf Löschung bestehen, dann können Sie in Google Analytics 4 die Daten dieses Nutzers löschen lassen.

Die Client-ID aus dem Google-Cookie des Nutzers ist dafür nötig. Über diese ID kann man den Kunden im "Nutzer-Explorer" finden. Diesen Analytics-Bericht finden Sie bei Google Analytics 4 im Hauptnavigationspunkt "ERKUNDEN > Analyse" über die Vorlagengalerie.

Öffnet man den Client-ID-Datensatz, so kann man in der darauffolgenden Maske über das Papierkorb-Symbol den Nutzer löschen ("Delete user"). Dafür ist nur ein Klick nötig. Sobald eine Löschung angefordert wurde, werden Daten, die mit dieser Nutzer-ID verknüpft sind, innerhalb von 24 Stunden aus dem Bericht zu einzelnen Nutzern entfernt. Sie werden zudem beim nächsten Löschvorgang innerhalb von 63 Tagen von den Analytics-Servern gelöscht.

Noch ein letzter DSGVO-Tipp - Cookie-Banner auf der Website einsetzen

Seit dem Herbst 2019 stehen gut funktionierende Consent Management Systeme zur Verfügung. Nach Einbindung einer solchen Lösung auf der Website, wird jeder neue Nutzer gefragt, wie er es mit dem Tracking hält - möchte der Website-Besucher ausschließlich der Nutzung essenziell notwendiger Cookies zustimmen? Oder sind für den Nutzenden auch Cookies okay, die Marketing unterstützen, Tracking ermöglichen oder externe Medien (YouTube-Videos oder Kartendienste) sichtbar machen.

Diese vier "Consent Management Systeme" empfehlen wir derzeit:

Die vier Software-Lösungen erledigen das Management der aktiven Einwilligung schon sehr gut - sie sprechen von DSGVO-Konformität. Allerdings wird über die Gestaltung der Abfragefenster noch gestritten. Hier werden zuweilen "psychologische Tricks" eingesetzt, um "Alle akzeptieren" zu erreichen. Ob dies so dauerhaft bleiben darf, ist nicht sicher.

Einbindung des Google Analytics 4-Codes auf der Website

Nun können Sie oder Ihr Webmaster den Google-Analytics-Code in den Quelltext aller Frontend-Seiten Ihrer Website einbinden.

Wer ein Content-Management-System (CMS) wie TYPO3, Joomla, Redaxo oder WordPress nutzt, muss das Snippet also in die Frontend-Templates einbinden. Für viele dieser CMS stehen Plug-Ins (Extensions) für die Analytics-Einbindung bereit.

Wichtig ist die Position des Analytics-Snippets: Der Tracking-Code gehört in den Kopfbereich, und zwar idealerweise direkt an den Anfang des < head >. In der Vergangenheit gab es andere Best-Practices hierfür - z.B. das Ende oder den Anfang des < body > bzw. direkt vor dem schließenden < head >-Tag. All dies ist nun nicht mehr gültig. 

 

Google Analytics 4 mit dem Google Tag Manager einbinden

Das Einbinden von Tracking-Codes in Websites wird deutlich leichter, wenn Sie es schaffen, für all dies den Google Tag Manager oder ein anderes Tagmanager-System zu nutzen.

Die Verwendung von Tag-Managern hat viel mehr Vorteile als das sie Nachteile mit sich bringen kann. Der Webmaster (resp. die IT-Abteilung) muss nur noch einmal in den Quellcode der Website eingreifen - beim Implementieren des "Tag Manager"-Containers. Die vielen Code-Snippets, die künftig für das Marketing benötigt werden - Google Analytics inklusive, werden später von den Marketing-Mitarbeitern über den Tag-Manager eingebunden und gepflegt. Die IT-Abteilung wird von diesen Aufgaben entlastet.
 

Google Tag Manager


Zu den Nachteilen des Google Tag-Manager gehört (derzeit noch) die Tatsache, dass er vielen Marketing-Verantwortlichen "zu technisch" vorkommt. Kleine Unternehmen und ihre Webmaster bzw. Webagenturen kommen mit ihm nicht zurecht, gerade bei komplexeren Tracking-Wünschen. Hinzu kommen Bedenken von IT-Abteilungen, die einen gewissen Kontrollverlust über Script-Einbindungen via Tag-Manager beklagen.

Im nachfolgenden Video von Julian Juenemann, der den YouTube-Kanal "Measure School" betreibt, wird Schritt für Schritt beschrieben, wie man den Google Tag Manager zum Einbinden von Google Analytics 4 auf einer Website nutzt:



 

Beim Rheinwerk-Verlag ist zudem ein sehr gutes Buch für Einsteiger in die Arbeit mit dem Google Tag Manager erschienen. Michael Janssen schreibt darin alles, was man zum Tag Manager an Grundlagen wissen muss und macht an vielen praktischen Beispielen klar, was sich aus der Kombination von Google Tag Manager und Analytics an Vorteilen ziehen lässt.

Da das Buch im Jahr 2019 herauskam, geht es bei den konkreten Beispielen nicht auf Analytics 4, sondern nur auf Universal Analytics ein.

Wer das topaktuelle Wissen - direkt von einem Profi aus der Praxis für die Praxis abgreifen möchte, der schaut am besten bei unserem Google Tag Manager Workshop für Marketing-Menschen vorbei:



Aufbau Google Analytics & Verwaltungsebene (ab hier nicht mehr Analytics 4)

Ist die Implementierung des Tracking-Codes gelungen, dann wird schon am nächsten Tag auf der Zielgruppenübersicht in Google Analytics zum ersten Mal die Besucherkurve ausschlagen.

Wer darauf nicht warten möchte, kann auch sofort im Echtzeit-Bericht von Google Analytics den ersten Ausschlag der Besucherkurve mitverfolgen ;-)

Google Analytics Tracking startet
Abbildung 5

 


Nun muss das Google-Analytics-Konto vollständig konfiguriert werden. Drei Ebenen gibt es in einem Analytics-Account - Sie erreichen diese Ebenen über den "Verwaltung"-Button ganz links unten auf dem Bildschirm:

Über Verwaltung in die Grundeinstellungen von Google Analytics
Abbildung 6

 


Die folgende Grafik zeigt, wie ein Google Analytics-Account aufgebaut ist und was die Google-Analytics-Macher mit Begriffen wie KONTO, PROPERTY und (DATEN)ANSICHT meinen:

Die Struktur von Google Universal Analytics Konten


In einem solchen Analytics-Account können bis zu 100 Analytics-Konten eingebunden sein. Jedes Konto kann 50 Propertys (Websites und Apps) enthalten.

Zu jeder Property können bis zu 25 Datenansichten (Ansicht - View) angelegt werden, denen jeweils maximal 20 Ziele (Zielvorhaben - Conversions) zugeordnet werden können. Limits, die von den allermeisten Analytics-Nutzern nie erreicht werden.

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Einstellungen im Google Analytics Bereich KONTO

Im Bereich KONTO gibt es vier Administrationsbereiche. Unter Kontoeinstellungen können Sie dem jeweiligen Analytics-Konto einen für jedermann in Ihrem Unternehmen leicht verständlichen Namen geben.

Außerdem regeln Sie hier Datenfreigabeeinstellungen. Einige Häkchen müssen Sie hier setzen, wenn Sie alle Berichte in Google Analytics nutzen möchten.

Das Häkchen "Produkte und Dienste von Google" sorgt für Datenaustausch mit Google Ads und der Search Console. Dieser Datenaustausch ist sinnvoll, weshalb man ihm zustimmen sollte.

Datenfreigabe für Datenaustausch zwischen Google Analytics, AdWords, Search Console ...
Abbildung 7

 

Das Häkchen "Benchmarking" aktiviert den Benchmarking-Bericht unter "Zielgruppe" in Google Analytics. Ein spannender Bericht, der die Performance Ihrer Website mit der von ähnlich großen Unternehmen gleicher Branche und Zielmarkt-Ausrichtung vergleicht.

Datenfreigabe für Nutzung des Benchmarking-Service
Abbildung 8

 

Das Häkchen "Technischer Support" ist unumgänglich, wenn Sie über den Google Telefon-Support auch Unterstützung zu Google Analytics einholen möchten. Die beiden Häkchen im vierten Punkt "Account Specialists" sind hierfür nicht zwingend vonnöten.

Datenfreigabe für den technischen Support, z.B. im Rahmen der AdWords-Hilfe-Hotline
Abbildung 9

 

Der "Zusatz zur Datenverarbeitung" ist ein wichtiges Element zur datenschutzkonformen Nutzung von Google Analytics. Mit dieser Zustimmung kommt eine elektronisch geschlossene Vereinbarung zur Datenverarbeitung zwischen Ihnen und Google zustande.

Der rechtliche Rahmen hierfür ist die EU-Datenschutzgrundverordnung. Sie als Website-Inhaber sind Daten-Verantwortlicher. Google Analytics verarbeitet in Ihrem Auftrag weisungsgebunden diese Daten zur Erstellung der Statistik-Berichte. Um dieses Verhältnis zwischen Ihnen (Verantwortlicher) und Google (Verarbeiter) eindeutig zu regeln, gibt es diesen digitalen Vertrag.

Zusatz zur Datenverarbeitung durch Google Analytics
Abbildung 10
 

Stimmen Sie dem Zusatz zu, nachdem Sie ihn sich über "Zusatz anzeigen" angeschaut haben. Daraufhin wird ein unveränderlicher Zeitstempel gesetzt, der erst wirksam abgespeichert ist, wenn Sie am Ende der Seite auf den Button "Speichern" drücken.

Folgen Sie im Anschluss dem Link "Details zum Zusatz zur Datenverarbeitung verwalten". In der sich daraufhin öffnenden Maske tragen Sie zuerst den Firmenname ein. Außerdem müssen Sie in dieser Maske eine Kontaktperson hinterlegen, die als "Primärer Kontakt" in Ihrer Firma für den Datenschutz verantwortlich ist. In den meisten Fällen ist das der Geschäftsführer. Hat Ihre Firma einen Datenschutzbeauftragten, dann hinterlegen Sie bitte auch dessen Kontaktdaten.

Weiter geht es mit der Nutzerverwaltung. Diese ist in Google Analytics sehr komfortabel. Sie können Menschen mit einem Google-Konto auf jeder Ebene von Google Analytics Zugriff gewähren - entweder auf das gesamte Konto Ihres Unternehmens oder nur auf eine Property (Website oder App) bzw. eine einzelne Datenansicht einer Property.

Dabei können Sie auch noch zwischen vier verschieden starken Berechtigungen unterscheiden: Lesen und Analysieren, Zusammenarbeiten, Bearbeiten und Nutzer verwalten.

Die Nutzerverwaltung - nicht nur auf Konto-Ebene, auch auf Property- und Datenansicht-Ebene
Abbildung 11

 

Im Änderungsverlauf kann man genau erkennen, wer welche Änderungen im Google Analytics Konto vorgenommen hat. Im Falle eines Falles sehr nützlich!

Änderungsverlauf in Google Analytics
Abbildung 12

 

Über Filter lesen Sie in diesem Artikel weiter unten mehr Details. Alle Filter, die in einem Konto gesetzt wurden, sind über den so benannten Punkt der Konto-Einstellungen einsehbar. Jeder einmal in einem Konto angelegte, hier sichtbare Filter steht für alle Datenansichten aller Propertys dieses Analytics-Kontos zur Wiederverwendung zur Verfügung - sehr praktisch!

Im Papierkorb wird alles abgelegt, was Sie im Konto löschen, z.B. alte Propertys und Datenansichten. Erst nach 45 Tagen verschwinden diese gelöschten Elemente gänzlich.

 


Einstellungen im Google Analytics Bereich PROPERTY

Unter "Property-Einstellungen" sind nach dem Property-Name die Auswahl der Standard-URL und der Standard-Datenansicht verlangt. Die Auswahl der zur Website passenden Branche schließt den einfachen Teil ab.

Die "Erweiterte Einstellungen" zum Überschreiben der automatischen Tag-Kennzeichnung (GCLID-Werte) durch manuelle Tag-Kennzeichnung wird von den meisten Analytics-/Google Ads-Nutzern nicht benötigt!

Wer wissen möchte, wie nah oder fern er mit seiner Property vom 10-Millionen-Hits-Limit der kostenfreien Google-Analytics-Nutzung entfernt ist, der schaue an dieser Stelle auf das Property-Treffervolumen. Hier ist die Treffer-Menge für die letzten 30 Tage das entscheidende Kriterium.

Alles rund um die In-Page-Analyse können Sie ignorieren. Die Erweiterte Linkattribution muss nicht aktiviert werden.

Der Punkt "Property-Einstellungen" schließt mit den Punkten Search Console und Nutzeranalyse.

Die Verknüpfung von Google Analytics mit der Google Search Console ist notwendig, da andernfalls die Berichte unter Akquisition > Search Console leer bleiben. Diese liefern aber gerade mit dem Bericht zu Landingpages spannende Insights, auf die Sie nicht verzichten sollten.

Überdies zeigt uns Google durch die Search-Console-Verknüpfung direkt in Analytics die tatsächlichen Suchanfragen, bei denen Google unsere Website als Suchergebnis angezeigt hat, auf welcher durchschnittlichen Position in der Suchergebnisseite dies geschah und wie oft unser Suchergebnis angeklickt wurde.

Die Verknüpfung von Google Analytics mit der Search Console wird über den Button "Search Concole anpassen" gestartet. Der nachfolgende Dialog ist leicht verständlich:

Google Search Console mit Google Universal Analytics verbinden
Abbildung 14

 

Beim Punkt "Nutzeranalyse" ist der Schalter "Messwert 'Nutzer' in Berichten aktivieren" standardmäßig auf EIN gestellt. Dies sorgt dafür, dass in vielen Berichten von Google Analytics der vorrangige Messwert "Nutzer" und nicht - wie früher - "Besuche" (Sessions) ist.

Weiter geht's im "Hauptmenü" der Property-Ebene:

Direkt unter der Nutzerverwaltung für die PROPERTY-Ebene finden Sie alle Tracking-Informationen, so zum Beispiel den oben bereits mehrfach erwähnten Tracking-Code zur Einbindung in die Website.

Unbedingt konfigurieren sollten Sie hier die Punkte Datenerfassung, Datenaufbewahrung und die Verweis-Ausschlussliste.

Unter "Datenerfassung für Werbefunktionen" können Sie das Remarketing im Display- und Suchnetzwerk von Google Ads in Verbindung mit Retargeting-Listen aktivieren, die auf Google-Analytics-Daten basieren. Dies macht im fortgeschrittenen Werben mit Google Ads sehr viel Sinn, weshalb ich zur Aktivierung rate. Ist in Ihrem Unternehmen das Thema DSGVO sehr sensibel, dann sollten Sie zuvor aber mit der Geschäftsleitung absprechen, ob Sie diese Funktion nutzen möchten. Auch der Gang zum Datenschutzbeauftragten kann ratsam sein.

Gleiches gilt auch für die Funktionen für Werbeberichte. Denken Sie aber daran, dass bei Aktivierung und Nutzung dieser Werbewege die Datenschutzerklärung auf Ihrer Website um Hinweise auf die Verwendung solcher Dienste erweitert werden muss. Deswegen auch die Rücksprache mit dem Chef bzw. Datenschutzbeauftragten und (wenn Sie Agentur sind) ggf. mit Ihrem Kunden.

Remarketing und Funktionen für Werbeberichte in Google Analytics aktivieren
Abbildung 15

 

Seit Anfang 2019 bietet Google Analytics auf dieser Seite der Property-Einstellungen die Aktivierung von Google-Signale an. Mit dieser neuen Technologie wird die Datenerfassung und das Remarketing geräteübergreifend realisiert. Das ist ein großer Fortschritt. Es ist daher ratsam, dieses Upgrade mitzugehen.

Wählen Sie "JETZT STARTEN" und folgen mit "WEITER" zum Punkt Google-Signale aktivieren. Im darauf folgenden Dialog bitte "Aktivieren für diese Property" auswählen und den "AKTIVIEREN"-Button drücken. Mit "FERTIG" kehren Sie zum Ausgangsdialog zurück.

Google-Signale zur Datenerfassung in Google Analytics auf Property-Ebene aktivieren


Der Punkt Datenaufbewahrung klärt die Aufbewahrungsdauer der von Ihnen gesendeten und mit Cookies und Werbe-IDs verknüpften Daten in Google Analytics. Die meisten standardmäßigen Berichte werden davon nicht beeinflusst. Änderungen an diesen Einstellungen werden nach ca. 24 Stunden wirksam.

Die DSGVO verpflichtet uns, Daten nicht endlos lang zu sammeln. Wir dürfen nur Daten erheben, die für die erfolgreiche Erbringung einer Leistung gegenüber dem Kunden/Nutzer notwendig sind. Ist die Leistung erbracht und stehen keine anderen rechtlichen Aufbewahrungsfristen entgegen, dann müssen die Daten wieder gelöscht werden. Mit den Einstellungen in diesem Bereich regeln wir diesen Punkt für das von uns verwendete Website-Analyse-Tool Google Analytics.

Einstellungen zur Datenaufbewahrung in Google Analytics
Abbildung 16


In die Verweis-Ausschlussliste tragen Sie nun bitte den eigenen Domainnamen ein, sofern dies nicht schon automatisch vom System erledigt wurde. Damit wird sicher gestellt, dass - aus welchen technischen Gründen auch immer - Ihre eigene Domain niemals als Traffic-Quelle im Bericht Akquisition > Alle Zugriffe > Quelle/Medium bzw. bei Akquisition > Alle Zugriffe > Verweise ausgegeben werden kann.

Eigene Domain als Verweis in Verweise-Berichten von Google Universal Analytics ausschließen
Abbildung 17

 

Arbeiten Sie mit Bezahldiensten wie PayPal zusammen, um online Zahlungen Ihrer Kunden entgegenzunehmen, dann muss sehr oft auch die Domain des Zahlungsdienstleisters in die Verweisausschluss-Liste aufgenommen werden. Nur dann kann Google Analytics Conversions und eCommerce-Umsätze sauber deren ursprünglicher Quelle zuordnen.

Unter "Verknüpfungen mit Produkten" verbinden Sie Ihr Google-Ads-Konto (und ggf. Ihr Google-AdSense-Konto) mit Google Analytics. Diese Verknüpfung ist wichtig, damit Sie unter Akquisition > Google Ads (und ggf. Verhalten > Publisher) wichtige Berichte zur Leistung dieser beiden Google Tools in Google Analytics einsehen können.

Google Analytics mit Google AdWords verknüpfen
Abbildung 18

 

Ist dies gelungen, dann sollten bei Klick auf den Menüpunkt "Alle Produkte" nun zwei bzw. drei "Verknüpfte Produkte" mit einem grünen Häkchen als erfolgreich mit Google Analytics verbunden angezeigt werden. GRATULATION ;-)





Einstellungen im Google Analytics Bereich DATENANSICHT

Wichtiges Vorwort: Um Google Analytics sinnvoll nutzen zu können, müssen auf Datenansicht-Ebene verschiedene Einstellungen und Filter gesetzt werden. Einige der nötigen Filter lassen Daten unwiderbringlich verschwinden. Deshalb sollten die ROHDATEN stets in einer ungefilterten Datenansicht gesammelt und unangetastet bleiben - diese Rohdaten-Ansicht ist also Ihre Fallback-Lösung!

In einer zweiten Datenansicht arbeiten Sie produktiv. Diese legen Sie über den blauen Button "+ Datenansicht erstellen" in der Verwaltung-Oberfläche an:

Neue Datenansicht in Google Analytics anlegen
Abbildung 19

 

In der neu erstellten Datenansicht sind zuerst unter "Einstellungen der Datenansicht" ein sinnvoller Name für die neue Datenansicht sowie die URL der damit untersuchten Website zu hinterlegen. Überdies sollte hier das korrekte Land mit passender Zeitzone gewählt werden.

Das Feld "Standardseite" können Sie leer lassen. Optional - und nur machen, wenn Sie sich ABSOLUT sicher sind: Stellen Sie jedoch bei einem Check fest, dass die Startseite Ihrer Website sowohl unter www.meine-website.de als auch unter www.meine-website.de/index.html aufgerufen werden kann, dann sollten Sie ins Feld "Standardseite" den Vermerk "index.html" eintragen. So wird diese Seite immer nur unter einem Eintrag in den Analytics-Berichten angezeigt. Dies gilt natürlich auch für andere Startseiten-Varianten (z.B. index.php oder startseite.html).
 

Doppeltes Tracking der Startseite in Google Analytics verhindern
Abbildung 20

 

Den Punkt URL-Suchparameter ausschließen nutzen Sie dafür, um unnötige Parameter aus den URLs in den Berichten unter Verhalten > Websitecontent automatisch zu entfernen. Hier geben Sie gleich jetzt schon fbclid ein. So verdirbt Ihnen Facebook nicht die Auswertung des Websitecontent mit seinem URL-Parameter fbclid.

Wählen Sie als nächstes die Währung aus, in der Geldbeträge in dieser Google Analytics Datenansicht angegeben werden sollen.

Klicken Sie zudem unter "Bots herausfiltern" den Hinweis "Alle Treffer von bekannten Bots und Spidern ausschließen" an.
 

Bekannte Bots und Spider aus Google Analytics herausfiltern
Abbildung 21

 

Der letzte Punkt sind hier die Site Search-Einstellungen. Mit der Aktivierung des Site Search-Trackings können Sie in Google Analytics einen Bericht einsehen, der eine Statistik zur Nutzung der Suchfunktion auf Ihrer Website ausgibt.

Wie dies genau funktioniert, erläutert mein Blogbeitrag zur Einrichtung der Website-Suche-Berichte in Google Analytics.
 

Analytics Einstellung, um Website-Suche mit Google Analytics auswerten zu können
 

Weiter geht's im "Hauptmenü" der Datenansicht-Ebene:

Direkt unter den Einstellungen der Datenansicht und der Nutzerverwaltung speziell für diese Datenansicht, geht es um das Einrichten von Zielvorhaben.

Dies ist ungemein wichtig, um mit Google Analytics messen zu können, wie gut Sie mit Ihrer Website die für sie definierten Ziele erreichen können:

  1. Ein Webshop hat zum Ziel, Verkäufe zu generieren - so definieren wir hier Kaufabschlüsse als Zielvorhaben.
  2. Die Website eines Dienstleisters hat oft zum Ziel, Neukunden-Kontakte (Leads) über ein Kontaktformular zu generieren - so definieren wir hier das erfolgreiche Absenden des Kontaktformulars als Zielvorhaben.
  3. Eine Online-Community setzt auf Registrierungen - so definieren wir hier die erfolgreiche Anmeldung eines neuen Users als das Zielvorhaben für die Website!

In diesem YouTube-Video erklärt euch Sven Deutschländer, wie man eine DANKE-Seite als Conversion mit Google Analytics 4 erfasst:




 

Für Onlineshop-Betreiber bietet Google Analytics zudem das Tracking von E-Commerce-Daten an. Eine Beschäftigung mit den E-Commerce-Einstellungen ist Webshop-Betreibern unbedingt anzuraten. Dieser Artikel der Google-Analytics-Hilfe erklärt genau, wie die Einrichtung des Analytics eCommerce-Trackings funktioniert.
 

E-Commerce-Tracking in Google Analytics aktivieren


Wichtige Google Analytics Filter

Nicht jeder Datenpunkt sollte in jeder Datenansicht von Google Analytics sichtbar sein - außer natürlich in der ROHDATEN-Ansicht!

So sollte man per Filter-Regel den Website-Traffic durch die eigenen Mitarbeiter ausschließen. Das ist leider viel leichter gesagt als getan. Der Ausschluss gelingt niemals zu 100 Prozent. Zwei Wege sind einen Versuch wert:

  1. Der Ausschluss über die eigene, eindeutige IP-Adresse des Unternehmens. Problem hier: Viele kleine Unternehmen verfügen nicht über eine ebensolche. Große Unternehmen hingegen schon, doch die für den deutschen Datenschutz nötige IP-Adressanonymisierung torpediert dies teilweise. Auch werden Website-Besuche an Home-Office-Tagen dadurch nicht ausgeschlossen.
  2. Der Ausschluss über Cookies, die man auf den Rechnern der Mitarbeiter installiert. Problem hier: Die Geräte-Vielfalt inkl. Smartphones macht die flächendeckende Umsetzung dieser Lösung ebenso schwierig wie moderne Arbeitsmodelle, Stichwort erneut: Home Office.

Mein Kollege Thomas Hutter verfasste über den Ausschluss des eigenen Traffics in Google Analytics einen guten Fachartikel.

Übrigens: Auch Reporting-Fehler, die durch Groß- und Kleinschreibungen in URLs entstehen können, sollte man über Filter ausmerzen.

 

 Google Analytics Spam bekämpfen

Filter sind auch der Schlüssel, um Google Analytics SPAM loszuwerden. Immer wieder versuchen unlauter agierende Menschen auf ihre ebenso unlauteren Websites aufmerksam zu machen, indem sie sich mit gefakten Einträgen als Traffic-Quelle, Geografie, Sprache oder Ereignis in Google Analytics Konten sichtbar machen.

So sieht eine von Spammern "verseuchte" Ansicht des Berichts Akquisition > Alle Zugriffe > Quelle/Medium aus:

Spammige Traffic-Quellen in Google Analytics Berichten
 

Die auf diese Weise in den Google-Analytics-Berichten eingehenden Website-Besuche haben zumeist nicht stattgefunden, sie verfälschen die Statistiken und zwar in manchen Fällen bis zur Unbrauchbarkeit!

Google unternimmt zwar einiges gegen Spammer. Ein vollständiges Ausfiltern gelingt aber nicht. In diesem Fachbeitrag meiner Kollegen von luna park kann man mehr über dieses Phänomen erfahren und wie man es bekämpft.

Vor allem sogenannter Ghost-Spam macht das Leben schwer. Mit einem Hostname-Filter, wie es das "luna park"-Team beschreibt, kann man gegen ihn vorgehen. Für Profis in Sachen Google Analytics bietet sich als "most perfect"-Alternative auch ein Filter über eine benutzerdefinierte Dimension an. Meine Kollege Christian beschreibt in einem Beitrag, wie genau das funktioniert.

Auch sehr nützlich - die Analytics-Checks von meinem Kollegen Markus Baersch: www.analytrix.de.

Nochmals zur Erinnerung ... Ihre ROHDATEN-Ansicht bleibt filterfrei. Auch den Spam fischen Sie dort nicht heraus!

Zum guten Schluss

Wer es schafft, sein Google-Analytics-Konto zumindest in all diesen hier beschriebenen Punkten durchkonfiguriert zu bekommen, der darf für den Anfang sehr zufrieden sein. Diese umfassenden Einstellungen sorgen dafür, dass (fast) alle Berichte Daten liefern und viele schon bald folgende Berichte von Beginn an aktiv sein werden.

Wer nun damit beginnen möchte, seine Webanalyse-Aktivitäten genau zu planen, dem empfehle ich den Grundlagen-Artikel meines Kollegen Christian Ebernickel: Webanalyse-Plan zur Optimierung des Online-Marketings.

Für diesen Blogbeitrag brauchen Sie aber zwei weitere Tassen Kaffee, um durchzukommen ;-)

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Anmerkung:
Da sich bei Google Analytics in schnellem Rhythmus Dinge ändern, rate ich Ihnen, mindestens einmal pro Quartal durch die Google Analytics Einstellungen im "Verwaltung"-Bereich zu surfen und ggf. auf neue Funktionen zu reagieren.

So bleibt Ihre Webanalyse-Software stets auf dem neuesten Stand.

Übrigens: Wir tun gleiches mit diesem Artikel und aktualisieren ihn mindestens einmal pro Jahr. Das letzte Update ist vom Juli 2019.

Happy Optimizing!

 

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